Einladung zur Gedenkveranstaltung am Samstag, den 09.11.2019, 17 Uhr am Rathaus Saulheim

Kerzen zum Gedenken an die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Saulheim

81 Jahre nach der Reichspogromnacht findet am Saulheimer Rathaus eine Gedenkveranstaltung statt. In deren Verlauf werden an der Gedenktafel 28 Kerzen zur Mahnung und Erinnerung an die Ausschreitungen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 entzündet. Sie sollen an die 28 jüdischen Mitbürger, Frauen, Männer und Kinder erinnern, die zu diesem Zeitpunkt noch in Saulheim lebten.

In dieser Nacht organisierten SA und SS auf Weisung der Gestapo in ganz Deutschland die sogenannte „Reichskristallnacht“ gegen die jüdische Bevölkerung, auch in Saulheim! Die kleine Synagoge in der Hintergasse 17 wurde in Brand gesteckt und vollständig zerstört, jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert.

Die seit 1555 existierende jüdische Gemeinde in Saulheim lebte in friedlicher Koexistenz mit der übrigen Saulheimer Bevölkerung. Die Hitlerzeit mit Hetze und Parolen veranlasste jedoch viele jüdische Familien bereits ab 1935 ihre Heimat zu verlassen. Nach der Nacht im November 1938 spitzten sich Hetze und Verfolgung weiter zu. Einige Familien verließen Saulheim, andere wurden deportiert. Etliche Saulheimer Juden starben in den Konzentrationslagern, andere traf ein unbekanntes Schicksal.

Ihnen zum Gedenken und zur Mahnung an uns alle, stehen die 28 Kerzen rund um die Gedenktafel, die vor über 30 Jahren auf Initiative der GAL durch den Saulheimer Gemeinderat in Auftrag gegeben wurde. Die Gedenktafel am Rathaus wurde von dem Saulheimer Künstler Prof. Eberhard Linke gestaltet.

Die Gedenktafel, die durch Initiave der GAL vom Gemeinderat in Auftrag gegeben und durch den Saulheimer Künstler Prof. Eberhard Linke gestaltet wurde, erinnert an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Saulheims.  Ihnen zum Gedenken und zur Mahnung an uns alle findet am 09.11.2019 um 17 Uhr am Rathaus Saulheim eine Gedenkveranstaltung statt. Dabei werden , umrahmt von gelesenen Texten und Musik, 28 Kerzen entzündet.  Zu dieser Veranstaltung laden wir herzlich ein

Geben wir alle Hass und Fremdenfeindlichkeit keine Chance.


Der Saulheimer Ferdinand Vogel lebte später mit seiner Frau in Mannheim.
von dort wurde er in der Wagner-Bürckel-Aktion nach Südfrankreich verschleppt, wo er schließlich auch im Lager Rivesaltes starb.
Das Beitragsbild zeigt das zentrale Mahnmal in Neckar-Zimmern für die bei der Wagner-Bürckel-Aktion nach Südfrankreich verschleppten Menschen