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20. April 2009

Betreuungs-  und Bildungsangebot

Die Gesellschaft verändert sich und das muss die Ortsgemeinde Saulheim bei der Erfüllung ihrer Aufgaben erkennen. Eine elementare Aufgabe und eine Investition in die Zukunft ist die Bildung unserer Kinder.
Familien mit zwei berufs­tätigen Elternteilen oder Alleinerziehenden muss die Gemeinde ein, die bestehende Realität anerkennendes, Angebot zur Betreuung und Bildung ihrer Kinder machen. Auf Initiative der GAL wurden Hortgruppen eingerichtet und die Zahl der Plätze kontinuierlich erhöht, aber weiterhin gibt es mehr Ganz­tages­kindergartenplätze als Betreuungsangebote am Nachmittag für Grundschulkinder. Weitere Nachfrage besteht auch bei Krippen­plätzen für unter Dreijährige. Saulheim muss sich mit einem durchgehenden Konzept von den Krippenplätzen über den Kindergarten und die Grundschule, auch mit Blick auf die Anzahl der Plätze, als attraktive und offene Gemeinde präsentieren.
Eine wichtige Entwicklung sieht die GAL in dem Aufbau der Saulheimer Grundschule zur Ganztagsschule. In Ganztagesschulen bekommen Kinder eine Chance zur Bildung die unabhängig von ihrer Herkunft oder sozialem Status ist. Mit dem Aufbau einer Ganztagsschule soll kein Abbau der Hortgruppen einhergehen, da mit Blick auf die Dauer der Schulferien manche Familien ein Bedürfnis nach einem angepassten Betreuungsangebot haben.
Die Saulheimer GAL fordert weitere Krippenplätze, ein dem Bedarf angepasstes Hortangebot und den Aufbau einer Ganztagesschule. Dieses Angebot muss mit einem realistischen Personalschlüssel in den Saulheimer Einrichtungen und einem Weiterbildungsangebot für die Mitarbeiter umgesetzt werden.

 

Jugend - Probleme und Lösungen

Das Saulheimer Jugendhaus wird lediglich an drei Terminen die Woche genutzt. Das Potential der Räumlichkeiten liegt weiter höher und die hohen Baukosten sprechen für eine ausdauerndere Nutzung

Auf der einen Seite kann die Gemeinde weitere Mitarbeiter einstellen. Durch neue Gesichter mit anderen Schwerpunkten werden mehr unterschiedliche Jugendliche angesprochen. Auf der anderen Seite können die Nutzer des Jugendhauses es selbst in begleiteter Eigenverantwortung öffnen. Damit wird ein aktives Einbringen angeboten, die Öffnunszeiten ausgeweitet und die Wertschätzung wird durch die Identifizierung steigen. Die Ausrichtung des Jugendhauses kann mitbestimmt werden und ist damit eher den realen Bedürfnissen angepasst.

Eine weitere Forderung der Saulheimer GAL ist die Anstellung eines Streetworkers für die Ansprache von Jugendlichen, die Angebote der Gemeinde oder der Vereine nicht wahrnehmen. Ein Streetworker kann auf VG-Ebene angestellt werden und von verschiedenen Gemeinden, in denen Probleme mit Jugendlichen gehäuft auftreten, in Anspruch genommen werden. Durch einen Streetworker werden Kontakte zu Jugendliche vor Ort geknüpft und Lösungsmöglichkeiten im Dialog moderiert. In Mainz läuft dieses präventive Programm in Zusammenarbeit von Stadt, Weisser Ring und der Polizei seit 1998 erfolgreich.

 

Verkehr

Verkehr in Saulheim ist seit vielen Jahren ein Problem und steht zwar auf der Themenliste immer weit oben, nur Verbesserungen treten nicht ein. Die Verkehrsentlastung Ober-Saulheims vom Schwerverkehr lässt sich jetzt umsetzen, da mit dem Bau der Westspange Wörrstadt die Möglichkeit für ein LKW-Durchfahrtsverbot gegeben ist.
Eine Nordspange als gemeinsame Gemeindestraße von Wörrstadt und Saulheim zu bauen und zu unterhalten, lässt sich sicherlich auch in den nächsten Jahrzehnten nicht finanzieren. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Befürworter der Nordspange das LKW-Verbot nicht behindern, nur um Argumente für die Nordspange nicht zu verlieren.
Im Übrigen muss dieser Teil der Verkehrsproblematik in der VG im Rahmen des Agendaprozesses, der sich mit den Verkehrströmen der VG und Entlastungsmöglichkeiten befasst, behandelt werden. Zur Verbesserung der Verkehrsicherheit sollten sogenannte Minikreisel am Raiffeisenplatz, an der Einmündung der Burgunderstraße in den Westring und eventuell auf dem Rathausplatz eingerichtet werden. Diese können zum Einen den Verkehrsfluss verbessern, zum Anderen die Sicherheit von FußgängerInnen erhöhen, da das Überqueren der Straßen erleichtert wird.
Im Bereich Weedengasse/Pfarrgasse muss im Rahmen der Ortskernsanierung auch eine Lösung gesucht werden, die langfristig zu besseren Verhältnissen führt.

 

Dorferneuerung / Städtebausanierung

Die Geschichte
Vor rund 20 Jahren wagte Saulheim nach einem Antrag der GAL  den Einstieg in das Dorferneuerungsprogramm. Es wurden Planungen für die beiden Ortskerne in Auftrag gegeben, umgesetzt wurde leider kaum etwas. Das damalige Zuschussmodell – Dorferneuerung sah keine Dorfmoderation mit vor, d.h. Bürgerinnen und Bürger konnten nur in eingeschränktem die Planungsrichtung mit beeinflussen und es gab nur begrenzte Zuschüsse. Außerdem hat die Gemeinde ihr Geld Anfang der 90er Jahre für Bürgerhaus , Sportplatz und Gewerbegebiet ausgegeben. Für beide Ortskerne gibt es eine Erhaltungssatzung, d.h. in diesem Bereich werden bauliche Veränderung besonders geprüft und dürfen nur mit Zustimmung der Gemeinde erfolgen.

Die aktuelle Situation
Seit ca. 8 Jahren ist Saulheim auf Antrag der GAL in das Städtebauförderungsprogramm des Landes aufgenommen. Der Vorteil: Höhere Fördergelder. Der Nachteil: Das Programm steht nur für den größeren Ortskern Saulheims ( Nieder-Saulheim ) zur Verfügung. Aber Ober-Saulheim braucht die gleichen Entwicklungschancen. Insgesamt sind in den letzten Jahren nur wenige private Maßnahmen gefördert worden und bei der Gemeinde wurde außer Planungen bis jetzt rein gar nichts umgesetzt. Aktuell steht jedoch die Sanierung des Rathauses und  der Alten Schule an der Neuen Pforte an. Diese Maßnahmen sind im Haushalt eingestellt und geplant und sollen im laufenden Jahr auch ausgeführt werden.

Machen statt planen
Der aktuelle Rechnungsprüfungsbericht über die Haushaltsjahre 2003 bis 2007 zeigt jedoch, dass die Ausgaben für Beratung, Planung und Verwaltungsaufwand in keinem Verhältnis stehen, zu den wenigen Maßnahmen, die tatsächlich gefördert und umgesetzt wurden! Das muss sich ändern. Wir wollen das Beratungskonzept ändern: Offensive, persönliche und gezielte Bürgerinformationsangebote für die Bewohner der Sanierungszone statt „Blindsprechstunden des Sanierungsberaters“ zu denen aus eigener Initiative kaum jemand kam (das Honorar war trotzdem fällig.

Alter Ortskern – neue Chancen
Im alten Ortskern gibt es mehrere große bäuerliche Anwesen, die schon länger leer stehen oder kurzfristig frei werden. Für die Eigentümer ist die Unterhaltung und Vermarktung schwierig, aber aus gemeindlicher und städtebaulicher Sicht verfügen diese Grundstücke über ein großes Potential. Denn Saulheim braucht wegen der demographischen Veränderungen im Zentrum seniorengerechte Wohnangebote mit Anschluß an das tägliche Leben und nicht in der Peripherie eines Gewerbegebietes. Hier muss die Gemeinde durch Gespräche und Vermittlung von Investoren tätig werden. Bebauungspläne für Teilbereiche der alten Ortskerne müssen diese Maßnahmen begleiten. Außerdem gibt es Vorplanungen für die Umgestaltung der Weedengasse mit Römer und großem Parkplatz neben den Kirchen ...wegen der gemeindlichen Haushaltslage aber noch Zukunftsmusik.

Dorferneuerung Ober-Saulheim
Für Ober-Saulheim muss die Gemeinde versuchen das alte Dorferneuerungskonzept aufzufrischen um Bauwillige zu unterstützen, den Dalles (freien Platz) mit Ortsdurchfahrt umzugestalten und insbesondere Anreize für eine bessere Infrastruktur zu schaffen.

 

Gewerbegebiet

Die Saulheimer Gewerbepolitik konnte ein Jahrzehnt lang mit „Pleiten, Pech und Pannen“ umschrieben werden. Im Gewerbegebiet tat sich nach der Ansiedlung der Post/DHL lange nichts mehr. Das lag einerseits an Untätigkeit der Gemeindeverantwortlichen, andererseits aber auch an der miserablen finanziellen Lage der Gemeinde. Es war der Gemeinde vom Landkreis untersagt worden, weitere Erschließungsmaßnahmen vorzufinanzieren. Eine Lösung zeichnete sich dann mit dem Entwickler MVV, Mannheim ab. Dieser Entwickler benötigte dann aber auch seine Zeit, um alle privaten Grundeigentümer zu überzeugen. Das tat die Entwicklungsfirma mit Erfolg, wie wir alle sehen können. Es gibt nach über einem Jahrzehnt endlich sichtbare Fortschritte und weitere Ansiedlungen sollen folgen. Wir begrüßen das außerordentlich. Dennoch muss nunmehr mit Augenmaß weiter entwickelt werden. Es ist jetzt vorrangige Aufgabe, die momentan vermarktbaren Flächen zu besiedeln. Damit sollte es dann aber auch gut sein. Wir fordern, die weiteren Planungen für den Ausbau des Gewerbegebietes u.a. in Richtung Nieder-Olm (Teil 4 und 5) rückgängig zu machen. Unser Gewerbegebiet wird in absehbarer Zeit nicht größer werden können. Wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Situation ist nicht damit zu rechnen, dass übermäßige Flächennachfragen an die Gemeinde herangetragen werden. Um den Grundstückseigentümern schnellstmöglich Handlungssicherheit zu geben, sollten daher die Planungen zu den Teilen 4 und 5 sowie Teil1, Erweiterung des Gewerbegebietes gestoppt werden.

 

Wertstoffhof

Beim Werstoffhof ist seit vielen Jahren Stillstand oder sogar eine Verschlechterung der Lage zu beobachten. Die Zuwegung wird von Jahr zu Jahr unzumutbarer, die Öffungszeiten sind nicht optimal. Vor allem die sinnlose Kleinmengenbegrenzung beim Grünschnitt führt immer wieder zu Auseinandersetzungen. Der Schredderplatz der schon vor Jahren auf dem benachbarten Gelände der alten Kläranlage eingerichtet werden sollte, wartet immer noch auf seine Einweihungsparty. Die Sanierung und Erweiterung ist Kreisangelegenheit, doch die Kreisverwaltung tut nichts. Auch die Einrichtung eines Schredderplatzes will der Kreis nicht finanziell unterstützen obwohl er dadurch die Grünschnitt-Containerkosten komplett einsparen würde. Die Zuwegung hingegen ist Gemeinde bzw. Verbandsgemeindeangelegenheit. Wir bleiben am Thema dran.

Übrigens: Die Einrichtung des Wertstoffhofs geht auf eine Initiative der GAL aus dem Jahre 1989 zurück!

 

Umwelt

Zwischen Ritter-Hundt-Straße, Sportanlage, Mühlbach und den Schrebergärten liegen die Mühlbachauen, ungenutztes von wenigen Wegen durchzogenes, größtenteils baum- und strauchloses, gemeindeeigenes Brachland. Die Geschichte ist schnell erzählt. Der Bau der Sportanlage verpflichtete die Gemeinde entsprechende Ausgleichsflächen zu schaffen und zu bepflanzen: die Mühlbachauen. Hierfür wurden auch umfangreiche und kostenintensive Planungen erstellt. Umgesetzt wurde davon bis heute nichts. Die Gemeinde ist ihren Verpflichtungen einfach nicht nachgekommen.
Wir haben im letzten Jahr dieses Thema wieder aufgegriffen und entsprechene Anträge eingebracht, denn die Zuschüsse des Landes von bis zu 80% der Gesamtkosten werden nicht mehr lange verfügbar sein.
Im Mühlbachlauf zwischen Wörrstadt und Saulheim hingegen sind die Renaturierungarbeiten in vollem Gang. Hier werden wir bald ein attraktives Naherholungsgebiet vorfinden das auch Rückzugsbereich für viele Tier- und Pflanzenarten darstellt. 

 

Saulheim „spazierbar“ machen

Besucher der Gemeinde, aber auch Einwohner, stellen fest, dass es in Saulheim zu wenige Möglichkeiten gibt, zu verweilen. Im Sinne einer vernünftigen Fremdenverkehrsentwicklung sollte darauf geachtet werden, dass es in Saulheim genügend Ruhemöglichkeiten z.B. Sitzbänke, gibt. So wäre es jeder Zeit möglich, geeignete Rundspazierwege einzurichten, die wiederum an Plätzen vorbeiführen, an denen man verweilen mag und kann. Ohne großen Aufwand könnten die Spielplätze mit eingebunden werden. Ein schattiges Plätzchen mit Sitzmöglichkeit an der ein oder anderen Stelle würde viele Menschen animieren, den Ort zu Fuß zu entdecken. Wenn dann noch zusätzliche Papierkörbe an diesen Stellen installiert würden, wäre der Ort mit geringem finanziellem Aufwand sehr viel schöner und einladender.

 

Spielplätze in Saulheim

Mit den beiden Spielplätzen am alten Sportplatz und im Westring hat Saulheim zwei neue, attraktive Spielmöglichkeiten für Kinder hinzubekommen. Was aber passiert mit den bereits bestehenden ? Alte Spielgeräte werden teilweise ohne Ersatz abgebaut oder aber kosten- und zeitintensiv wieder aufbereitet. Die Attraktivität dieser Spielplätze lässt an vielen Stellen zu wünschen übrig. Mitunter werden einige Spielplätze auch gar nicht mehr benötigt, weil die Alterstruktur sich in diesen Teilen der Gemeinde verändert hat. Um die Plätze dennoch attraktiv und für einen Besuch interessant zu halten, müssten Alternativen überlegt werden. Wie könnte das erreicht werden ? Es wäre z.B. möglich, auf den Spielplätzen Boule-Bahnen o.ä. anzulegen. Damit würden sich auch ältere Bürger angesprochen fühlen. Wenn diese Plätze dann noch in einen Rundspazierweg durch Saulheim eingebunden wären, hätten die Bürger und Besucher der Gemeinde viel mehr Möglichkeiten für eine sinnvolle Freizeitgestaltung.

 

Weiterentwicklung des Bahnhofbereiches

Es hat sich viel getan am Saulheimer Bahnhof. Endlich ist dort eine Infrastruktur entstanden, die der großen Zahl der Bahnnutzer Rechnung trägt. Leider sind die beiden verbliebenen Gebäude (Bahnhofsgebäude und ehemaliges Raiffeisen-Lager) nicht mit in weitere Planungen einbezogen gewesen. Der Bahnhof muss als ein Schwerpunkt des Saulheimer Lebens angesehen werden. Die beiden Gebäude müssen daher in die weitere Entwicklung einbezogen werden. Wenn die Gemeinde keine finanziellen Mittel hat, die Gebäude zu erwerben, sollten dennoch sinnvolle Möglichkeiten überlegt werden. Was wäre mit einer „Bürger-Versteigerung“ im Sinne eines privaten Sponsoring ? Jeder Interessierte könnte für einen festzulegenden Betrag einen kleinen Teil des Bahnhofs erwerben (ähnlich wie Fußballvereine ihren Rasen pro Quadratmeter verkaufen) und würde z.B. mit Namensnennung am Gebäude erscheinen. Damit wäre ein Großteil der notwendigen Kosten für den Erwerb und die Sanierung zu begleichen. Die Einrichtung eines Ladengeschäftes im Erdgeschoss des Bahnhofgebäudes würde die Attraktivität des Platzes erhöhen. Ebenso wäre denkbar, dass nach der Sanierung der Lagerhalle dort Geschäfte einziehen könnten. Wir würden gerne weitere Ideen dazu mit den Bürgern diskutieren …

 

Informationspolitik, Bürgerbeteiligung und Mitverantwortung

In fast keiner Gemeinde ist so wenig über das örtliche politische Geschehen bekannt wie in Saulheim. Das hat Tradition. Mit dem Vorwand, den Bürger interessiere das doch gar nicht, wurde eine permanente "Informationssperre" gerechtfertigt. Wer nicht gerade Abonnent der AZ Alzey ist, bekommt nichts mit. Und wer nichts weiß kann nicht urteilen oder gar mitbestimmen.
Eine transparente und umfassende Informationspolitik ist die Grundlage jeglicher Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungsprozessenen.
Insbesondere bei grundsätzlichen Entscheidungen müssen sie frühzeitig miteinbezogen werden und in regelmäßig stattfindenden Bürgerversammlungen können die Einwohner ihre Meinungen und Vorschläge einbringen. Auch regelmäßige Bürgertage die dem zwanglosen Informationsaustausch dienen, sind ein Mittel, Gemeindepolitik und Bürger näher zusammenzubringen.
Weiterhin müssen private Initiativen die dem Gemeinwohl dienen, von der Gemeinde unterstützt und gefördert werden.

Wir von der GAL sind davon überzeugt, daß eine solche Politik der Bürgerbeteiligung die Dorfgemeinschaft stärken und die Verantwortung der Einwohner für „ihre“ Gemeinde erweitern wird. Denn Saulheim geht uns alle an...

 

 

icht.   
Aktualisiert ( 27. Dezember 2009 )
 
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